Schulter Rehabilitation

Die krankengymnastische Rehabilitation hat großen Einfluss auf das Ergebnis der Operation und sollte spätestens am 2. Tag nach der Operation beginnen. Sie kann im MARE Aktiv-Rehazentrum des MARE Klinikums durchgeführt werden. Sie können sich hierzu telefonisch unter 0431-6674-051, und dies möglichst schon vor der Operation, anmelden.

Sollte eine motorisierte Schulterbewegungsschiene (z.B. bei der Schultersteife) verordnet werden, kann diese zu Ihnen ins Haus geliefert werden.

Die Heilungszeit nach einer arthroskopischen Schulteroperation beträgt in der Regel 6-12 Wochen und hängt neben der Art des Eingriffes stark vom Zeitpunkt der wiederhergestellten muskulären Balance der Schulter ab.

Die Rehabilitation hat somit einen hohen Stellenwert:

Die erste Phase (1.-14. Tag) der Rehabilitation soll dazu dienen, das gestörte Milieu des Schultergelenkes und die unmittelbaren Folgen der Operation mit ihren Reizsymptomen zu beseitigen. Während bei der ASD gleich zu Beginn einer Bewegungseinschränkung entgegengewirkt werden sollte, sind bei der Rotatorenmanschettennaht und der Schulterstabilisierung zunächst bestimmte Arten der Ruhigstellung sinnvoll. In allen Fällen werden leichte Übungen (z. B. Pendelübungen) erlernt, die auch zuhause eigenständig durchgeführt werden sollen. Zur weiteren Anwendung kommen Entspannungsübungen, Eispackungen und reizdämpfende physikalisch-therapeutische Maßnahmen. Durch geeignete medikamentöse Maßnahmen kann dieser erste Regenerationsprozess positiv beeinflusst werden.

In der zweiten Phase (15.-28. Tag) kommt es vor allem darauf an, die gestörten Funktionen nach Maßgabe des Operateurs gezielt wieder aufzubauen. Dazu gehören die zunehmende Wiederherstellung der Beweglichkeit wie auch der Wiederaufbau der geschwächten Muskelgruppen und deren Feinabstimmung (Koordination).

In der dritten Phase der Rehabilitation (5.-12. Wo.) schließlich müssen die isoliert geschulten Fähigkeiten auf einem höheren Niveau wieder integriert werden. Komplexe Bewegungs- und Reaktionsmuster werden trainiert, Zuversicht und Vertrauen in die operierte Schulter so wiederhergestellt. Ängste werden abgebaut und die Rückkehr zum vollen Einsatz stufenweise vorbereitet.

Während der gesamten Zeit der Rehabilitation ist auf Anzeichen für eine Überlastung zu achten: Eine Schmerzzunahme wird nicht selten zwischen dem 10. u. 21. Behandlungstag beobachtet. Die häusliche und therapeutische Belastung sollte überprüft und korrigiert werden. Die Aufgabe der Rehabilitation besteht gerade darin, den sehr schmalen Grat zwischen Überlastung und Unterforderung zu finden. Bei stärkeren Problemen sollte der Arzt aufgesucht werden.

In der Regel kann die berufliche und sportliche Tätigkeit nach den heute angewandten Operations- und Rehabilitationsverfahren wie gewohnt wieder aufgenommen werden. Die berufliche Belastbarkeit ist je nach Schwere der Tätigkeit

  • nach ASD zwischen der 4. u. 12. Woche,
  • nach Rotatorenmanschettennaht und Schulterstabilisierung zwischen 6. und 16. Woche

gegeben, die sportliche Belastbarkeit kann in der Regel erst nach 3 bis 5 Monaten erreicht werden.

Bei schweren körperlichen Berufen oder Sport sollte eine schrittweise Belastungsaufnahme erfolgen. Der behandelnde Physiotherapeut sollte Ihnen eine ausreichende muskuläre und koordinative Kontrolle einschließlich einer guten Ausdauerleistung bestätigen.