Subakromialsyndrom (SAS)

Diese häufigste Schultererkrankung führt nicht selten bereits im dritten Lebensjahrzehnt zu stärkeren Schulterbeschwerden. Ursachen sind Störungen von Stabilität, Zentrierung und Bewegungsleistung (Trainings- u. Überlastungsfolgen, Unfälle, Lähmungen, Fehlhaltungen, Einflüsse anderer erkrankter Regionen z.B. der Halswirbelsäule). Sie führen zum so genannten funktionellen Ungleichgewicht (Imbalance).

Als Ausdruck dieser Imbalance kann im Röntgenbild oder Kernspintomogramm ein Oberarmkopfhochstand beobachtet werden. Er führt zu einer schmerzhaften Reizung der Sehnen, zu einer Entzündung des Schleimbeutels (Bursa subakromialis) unterhalb des Schulterdaches (Akromion), und bei länger Dauer zu reaktiven Einengungen des Gleitraumes (Bild re.).

In den meisten Fällen jedoch sind Jahrzehnte währende Alterungsprozesse an Schleimbeutel, Sehnen und Knochen Ursache für chronische Schulterschmerzen und Behandlungsnotwendigkeit. Knochensporne an der Unterseite des Akromions sind Folgen chronischer Schleimbeutelentzündungen, die wiederum eine Schädigung der Rotatorensehnen bis hin zum Riss (Bild li.) verursachen.

 

Eine mögliche Reaktion der Sehne ist die Einlagerung von Kalk, welches nun seinerseits die Sehne schädigt und die Beschwerden stark verstärken kann. Eventuell treten zusätzliche Einschränkungen der Kapselbeweglichkeit hinzu, eine Schultersteife entsteht.

Der erste therapeutische Ansatz beim SAS zielt auf die Beseitigung der entzündlichen Reizung und der Schmerzen mit z. B. entzündungshemmenden Medikamenten, ggf. auch Injektionen, sowie auf die Wiederherstellung der kapsulären und muskulären Balance und der Beweglichkeit durch Krankengymnastik ab. Hierzu ist oftmals große Ausdauer erforderlich, 20-30 krankengymnastische Anwendungen sind keine Seltenheit. Nur bei ausbleibendem Erfolg muss über ein operatives Vorgehen nachgedacht werden.