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Es muss nicht immer eine Prothese sein!

Artikel im Focus vom 28.1.08

Arthoskopische Operation ermöglicht Gelenkerhalt

Auch Patienten mit fortgeschrittenen Knieverschleißerkrankungen können jetzt vor dem prothetischen Ersatz bewahrt werden. Eine arthroskopische Operation, in Kombination mit einem eventuell erforderlichen achskorrigierendem Eingriff, erreicht durch Beseitigung der Entzündungen verursachenden Knorpelschäden die Ausheilung des Gelenks. Als international anerkannter Spezialist für Kreuzbandchirurgie, gelenkerhaltende Chirurgie und Sporttraumatologie hat sich der Mannschaftsarzt des THW-Kiel Dr. Frank Pries auf diese Operationsmethode spezialisiert. Im MARE Klinikum Kiel behandelt er die Patienten mit der neuen Technik: „Durch die Eröffnung der Knochenmatrix regen wir das Gelenk zur Ersatzknorpelbildung an“, so Dr. Pries. „So kann das Gelenk mit großer Wahrscheinlichkeit über viele Jahre wieder funktionsfähig gemacht werden“.

20.000 Eingriffe: Als einer der Ersten in Deutschland hat sich der seit 1993 auf die gelenkerhaltende Arthroskopische Chirurgie, die rekonstruktive Gelenkchirurgie sowie auf Achskorrekturen spezialisierte Facharzt für Orthopädie Dr. med. Frank Pries bei seinen Operationen dem Gelenkerhalt ausschließlich verschrieben. Mittels arthroskopischer Chirurgie verhilft der 50 jährige seinen Patienten zu neuer schmerzfreier Gelenkfunktion.

„Inzwischen gibt es verschiedene Verfahren, die je nach Art und Ausmaß des Knorpelschadens eingesetzt werden. So können wir Knorpel auch wieder wachsen lassen. Bei einer überlasteten Knieinnenseite (O-Bein) führt die Umstellung der Beinachse zu einem besseren OP-Ergebnis, weil die Last zu etwa 60% auf die meist gesunde Knieaußenseite umverteilt wird“, erläutert der Initiator und Mitgründer des MARE Klinikum Kiel Dr. Pries.

„Eine andere Möglichkeit besteht in der Knorpeltransplantation, bei der einige körpereigene Knorpelzellen aus dem Gelenk entnommen und im Labor vermehrt werden.“ Der Zellverband wird schließlich wieder in den Defekt eingepflanzt. Die Ausheilzeit dieser Methode ist kürzer als die oben genannte und beträgt etwa ein halbes Jahr. Allerdings können mit der Knorpeltransplantation nur ausgewählte Fälle behandelt werden.

Die bisher vorliegenden Langzeitstudien lassen eine gute Haltbarkeit der erreichten Knorpelreparatur erwarten. Der Weg zur Endoprothese wird durch den gelenkerhaltenden Eingriff keinesfalls versperrt.