KNIE / Kreuzbänder
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Kreuzband-Rehabilitation

Die krankengymnastische Rehabilitation von Kreuzbandverletzungen ist eine der langwierigsten in der Kniechirurgie und hat großen Einfluss auf das Ergebnis der Operation. Sie sollte spätestens am 3. Tag nach der Operation beginnen und kann im MARE Aktiv-Rehazentrum des MARE Klinikums durchgeführt werden. Sie können sich hierzu telefonisch unter 0431-6674-051, und dies möglichst schon vor der Operation, anmelden.

Während der gesamten Rehabilitation ist auf Anzeichen einer Überlastung zu achten:
Spannungsgefühl im Knie, leichte Überwärmungen oder sichtbare Schwellungen des Kniegelenks künden oft einen sich anbahnenden Reizzustand an. Die Aufgabe der postoperativen Rehabilitation besteht gerade darin, den sehr schmalen Grat zwischen Überlastung und Unterforderung zu finden.

Die erste Phase der Rehabilitation soll dazu dienen, das gestörte Milieu des Kniegelenkes und die unmittelbaren Folgen der Operation mit ihren Reizsymptomen zu beseitigen. Vorsorglich soll einer Thromboseneigung und Bewegungseinschränkung entgegengewirkt werden. Zur Anwendung kommen vor allem Ruhe, Hochlagerung, Teilentlastung, reizhemmende manuelle und physikalische Maßnahmen sowie die Lymphdrainage. Die Länge dieser Phase beträgt 10-14 Tage und ist abhängig vom individuellen Regenerations- und Heilungsvermögen der Gewebe. Durch geeignete medikamentöse Maßnahmen kann dieser erste Regenerationsprozess positiv beeinflusst werden.

In der zweiten Phase (2.-12. Wo.) kommt es vor allem darauf an, die gestörten neuromuskulären Funktionen gezielt und isoliert wieder aufzubauen. Dazu gehören die Wiederherstellung der vollen Beweglichkeit des Gelenkes und der Wiederaufbai der geschwächten Muskelm bzw. Muskelgruppen. Dabei kommt es vor allem auf drei Faktoren an:

1. Kraft und Ausdauer
Wird vor allem durch gezieltes Muskeltraining - vorzugsweise an medizinischen Kraftgeräten aufgebaut.

2. Flexibilität
wird durch spezielle Dehnungsübungen (z.B. Stretching) erreicht.

3. Koordination
wird durch spezielle Formen der Physiotherapie und der med. Trainingstherapie geschult.

In der dritten Phase der Rehabilitation (3.-6. Mo.) schließlich müssen die isoliert geschulten Fähigkeiten auf einem höheren Niveau wieder integriert werden. Komplexe Bewegungs- und Reaktionsmuster werden zunehmend sportartspezifisch trainiert, Zuversicht und Vertrauen in das operierte Bein so wiederhergestellt und die Rückkehr zum vollen sportlichen Einsatz stufenweise vorbereitet. In dieser Phase ist die Einbindung des Trainers in das Rehabilitationsprogramm besonders wichtig.

In der Regel kann die berufliche und sportliche Tätigkeit nach den heute angewandten Operations- und Rehabilitationsverfahren wie gewohnt wieder aufgenommen werden. Die berufliche Belastbarkeit ist je nach Schwere der Tätigkeit zwischen der 4. Woche und dem 6. Monat gegeben, die sportliche Belastbarkeit kann zwischen dem 6.-8. Monat nach der Operation erreicht werden. Bestimmende Faktoren sind nicht allein der Heilverlauf des Kreuzbandes, vielmehr kommt es zum späten Zeitpunkt der Rehabilitation auf den Grad der Wiederherstellung von muskulärer Kraft und Koordination an. Die maximale Reißfestigkeit des Kreuzbandersatzes ist allerdings erst nach 12 Monaten erreicht.

Zusätzliche Verletzungen von Menisken, Knorpel und Seitenbändern können die Rehabilitationszeiten verlängern.