KNIE / Kreuzbänder
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Einführung

Das Kniegelenk wird – wie jedes andere Gelenk – von einer Gelenkkapsel und Bändern zusammengehalten. Für den Seitenhalt sorgen die so genannten Seitenbänder (Innen- und Außenband), für die Stabilität nach vorn und hinten sorgen die Kreuzbänder (vorderes und hinteres Kreuzband). Zusätzliche Verbindungen über die Menisken erhöhen die Stabilität bei Rotationsbewegungen.

Verletzungen der Bänder führen zur Gelenkinstabilität mit der Folge, dass Ober- und Unterschenkelknochen vermehrt gegeneinander wegrutschen können (Schubladenzeichen).

Besonders unangenehm ist dabei der Riss des vorderen Kreuzbandes (VKB), nicht selten kombiniert mit einem Riss des Innenbandes und des Innenmeniskus (unhappy triad, Abb.). Unbehandelt entwickelt sich oft eine so genannte Rotationsinstabilität, wobei es immer wieder zu einem schmerzhaften Wegrutschen (Giving way) des Gelenkes kommt. Bei dem isolierten VKB-Riss können bereits wenige Tage nach der Verletzung die Beschwerden so gering sein, dass die Diagnose nicht oder zu spät gestellt wird. Der Betroffene treibt so ahnungslos weiter Sport und schädigt durch das vermehrte Gelenkspiel die Menisken, den Gelenkknorpel und die übrigen Bänder, mit der Konsequenz eines vorzeitigen Gelenkverschleißes (Arthrose).

Vielfach wird dann geraten, die Instabilität durch Muskeltraining zu kompensieren. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass in vielen Fällen trotz intensiven Muskeltrainings keine zuverlässige Kontrolle des Gelenkes erreicht werden kann. Bei nachlassender Konzentration und Ermüdungszuständen treten trotz eines optimalen Trainingszustandes der Muskulatur immer wieder Instabilitätserscheinungen auf. Daher gilt hier die Regel, ein solches Gelenk möglichst frühzeitig zu stabilisieren.

Der optimale OP-Zeitpunkt ist erreicht, wenn die Schmerzen rückläufig sind und ein Bewegungsumfang zwischen freier Streckung und ca. 120 Grad Beugung erreicht ist. Einige Patienten benötigen hierfür 4-6 Wochen nach der Verletzung.