Wolf Paarmann, Kieler Nachrichten vom 11.06.2010
THW-Rechtsaußen Sprenger spielte trotz Schmerzen eine starke Saison
Kiel. Spricht Christian Sprenger über sein linkes Sprunggelenk, sagt er schlicht, dass es sich "nicht optimal" angefühlt hätte. "Richtig starke Schmerzen hatte ich nicht, aber früher oder später hätte etwas gemacht werden müssen." Dr. Frank Pries ,Mannschaftsarzt des Handballmeisters THW Kiel, der den Rechtsaußen im Mare-Klinikum erfolgreich operierte, hört sich dagegen so an: Bei dem Eingriff, der komplizierter wurde als geplant, hätte er Verwachsungen und Knorpelschäden entdeckt. "Damit hat er erstaunlich lange durchgehalten." Pries bescheinigt dem 27-Jährigen eine Härte, die einst auch Klaus-Dieter Petersen ausgezeichnet hätte. "Er kann viel wegstecken, aber es war trotzdem eine brutale Saison für ihn."
Zuletzt konnte Sprenger, der sechs Wochen pausieren muss, nur noch mit Schmerzmitteln spielen. Für den Linkshänder gab es kaum Pausen, kehrte doch mit Tobias Reichmann der zweite Rechtsaußen nach seinem Kreuzbandriss erst im Februar wieder zum Kader zurück. Nach dem Aus für Kiem Andersson stand zudem auch Christian Zeitz nicht mehr als Ersatz zur Verfügung.
Umso erstaunlicher, dass der 61-fache Nationalspieler, der zu Saisonbeginn vom SC Magdeburg gekommen war, eine so bärenstarke Saison ablieferte. Zuletzt hatte er im Champions-League-Halbfinale gegen Ciudad Real (29:27) mit sechs Toren großen Anteil daran, dass die "Zebras" neben der 16. Meisterschaft auch diesen Titel gewannen. Von Krämpfen geplagt stand er beim "Final4" in Köln immer wieder auf. Wie ein angeschlagener Boxer. Aber einer, der am Ende den Kampf gewinnt. "Ich wollte viel spielen", sagt Sprenger, der die abgelaufene Spielzeit als seine "anstrengendste und erfolgreichste" bezeichnete. "Das entschädigt für die Schmerzen." Auch auf dem Krankenbett, das er Sonnabend verlassen darf, verfolgten ihn noch die Bilder der Meisterfeier. "Damit habe ich nicht gerechnet und ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch zu toppen ist."